Positionierung als Arbeitgeber:in und Arbeitnehmer:in
Team Fundamensch

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Hier bloggen Pascal und Stephan, die Gründer von fundamensch. In unseren Artikeln wollen wir euch spannende Inputs zur neuen Arbeitswelt geben – wie immer rund um die Trends Arbeitswelt 4.0 und New Work.

Positioniere dich!

Jahr für Jahr gehen mehr Arbeitnehmende in Pension als in den Arbeitsmarkt eintreten. Die Anzahl an Arbeitskräften auf dem Markt sinkt also kontinuierlich, die demografische Uhr tickt unerbittlich. Dies führt dazu, dass die verfügbaren, qualifizierten Arbeitnehmenden nach und nach zu einem raren Gut werden. Doch wie geht man mit raren Sachen um, wie kommt man an sie ran? Man denkt sich vielleicht, bloss nichts falsch machen, man will die Chance auf keinen Fall verpassen und versucht, zu gefallen. Doch ist das der richtige Weg?

Vielleicht kann man hier einen Vergleich zur privaten Partnersuche ziehen. Beim ersten Treffen denkt man sich oft, jetzt bloss nichts falsch machen, und will das Gegenüber beeindrucken. Oft verstellt man sich dafür und versucht, sich anders darzustellen, als man ist. Doch was bringt das? Vielleicht schafft man es, einer Person zu gefallen, man trifft sich weiterhin und geht vielleicht sogar eine Partnerschaft ein. Irgendwann merkt man dann aber, dass es vielleicht doch nicht richtig «matched» und sich beide etwas vorgespielt haben – man ist in einer Beziehung, in der man eigentlich gar nie sein wollte.

Genau dies geschieht tagtäglich auf dem Arbeitsmarkt – man geht vielleicht ein Arbeitsverhältnis ein, weil man unbedingt die Stelle besetzen möchte respektive einen Job braucht («nicht mehr single sein möchte»), doch man überlegt sich oft zu wenig, was man wirklich möchte. Wäre es nicht eine Win-Win-Situation, wenn beide «den passenden Partner» bzw. die richtige Arbeitsstelle oder die perfekte Besetzung für eine Stelle hätten?

Genau deshalb braucht es einen Paradigmenwechsel im Bewerbungsprozess, und zwar von beiden Seiten. Es geht immer mehr um ein «Matching» oder ein ehrliches beschnuppern, ob es beidseitig passt, weniger um ein sich verkaufen und besser darstellen, als man ist. Allgemein ist es wohl für beide Seiten besser, wenn man von Anfang an am richtigen Ort ist. Es ist auf jeden Fall viel einfacher, als sich im nachhinein einzugestehen, dass man sich voreilig entschieden hat und eine frühzeitige Trennung unumgänglich wird (ganz nebenbei kann man aus Unternehmersicht so gesehen auch die Fluktuationskosten senken).

Es gilt also für beide Seiten, insbesondere auch für Unternehmen: Zeige dich ehrlich, mit Stärken und Schwächen, positioniere dich, hebe dich ab und zeige dich transparent. Dies ist zwar polarisierend, doch es dient der Vorselektion: Es werden sich nur Kandidat:innen bewerben, die sich nicht abgeschreckt fühlen. Sicher sind es weniger, die dann wirklich infrage kommen, doch dafür ganz sicher passendere. Oder würdest du dich im Privatleben, wenn du zum Beispiel Katzen magst, auf jemanden einlassen, der keine Haustiere mag? Auch das ist Vorselektion. Wie selektionierst du mit deinem Unternehmen? Wie gut bist du positioniert?

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