Arbeitsplatz im Freien in der neuen Arbeitswelt
Dr. Dominic Lindner

Dr. Dominic Lindner

Dr. Dominic Lindner betreibt diverse Blogs zu den Themen Agilität und Digitalisierung. Im Rahmen seiner Dissertation zum Thema "Aktuelle Auswirkungen der Digitalisierung auf KMU mit wissensintensiven Dienstleistungen" hat er sich stark mit der Arbeitswelt 4.0 auseinandergesetzt.

Der schöne neue Arbeitsplatz 4.0

Homeoffice, mobiles Arbeiten und flexible Arbeitszeiten: Wie sieht der neue Arbeitsplatz 4.0 aus? Fakt ist, dass die Digitalisierung einen enormen Schub erfahren hat. Wozu das führt, zeigt eine aktuelle wissenschaftliche Studie, welche ich gemeinsam mit Experten (w/m/d) in Form eines Roundtable durchgeführt habe. Die Ergebnisse rund um Homeoffice, vernetztes Arbeiten und Verhalten der Führungskraft sind erstaunlich und zeigen klar Chancen und Risiken der Digitalisierung.

Chancen des Arbeitsplatzes 4.0

Mobile Endgeräte wie Smartphone und Laptop sind nicht nur fester Bestandteil des Berufsalltags geworden, sondern steigern auch die Flexibilität von Arbeitnehmern. Die Vernetzung der Mitarbeitenden gelingt deutlich besser. Ob in der Bahn, am heimischen Schreibtisch oder auf einer Konferenz: Mit mobilen Lösungen kann von überall gearbeitet werden.

Dateien stehen darüber hinaus über Cloud-Dienste breiter zur Verfügung, so dass Projektteams von allen Orten der Welt auf dieselbe Datenbasis zugreifen können. Paralleles Arbeiten in Dokumenten wird möglich. Insgesamt wird die Arbeitswelt kommunikativer und flexibler. Eine kurze Absprache via Chat ist jederzeit möglich. Für kreative Arbeiten bietet sich der Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen im Büro an. Arbeiten, für die es eine hohe Konzentration bedarf, können laut Erhebung oft besser im Homeoffice erledigt werden. Insgesamt ergibt sich eine höhere Effizienz durch hybride Arbeitsmodelle.

Digitales Arbeiten eröffnet zudem die Chance, team- und standortübergreifend zu arbeiten. Meetings können virtuell abgehalten werden, so dass sich mehr Teammitglieder schnell austauschen können.

Risiken des Arbeitsplatzes 4.0

Fehlendes Know-how zählt zu den größten Risiken des Arbeitsplatzes der Zukunft. Ältere Mitarbeitende meistern den Wandel nicht immer gut. Hier sind Führungskräfte gefragt, um alle mitzunehmen. Laut der Studie sollten alle aktiv in diesen Wandel eingebunden werden.

Als weitere Hürden werden die geforderte Schnelligkeit und permanente Vernetzung gesehen. Für Arbeitnehmer entsteht rasch Druck zu reagieren – zum Beispiel auf geschäftliche E-Mails. Eine zwei Tage alte E-Mail verliert schnell an Relevanz und sorgt für Unmut auf der Gegenseite. Qualitätsmängel werden befürchtet, so die Stimmen auf dem Roundtable. Anstatt sich Zeit für eine ausführliche E-Mail Antwort zu nehmen, werden mehrere Antworten ohne Ergebnis hin- und hergeschickt. Optimiertes Zeitmanagement ist in der Digitalisierung gefragt.

Die ständige Vernetzung und Erreichbarkeit stellt ein weiteres Risiko dar. Der Faktor Mensch dürfe nicht zu kurz kommen. Schnell mal in die E-Mails im Urlaub schauen – so etwas sollte die Führungskraft nicht unterstützen. Eigenverantwortung gehörte aber auch zu den Themen des Roundtables – vor allem vor dem Hintergrund der Reizüberflutung durch Chats, Mails und andere IT-Tools.

Fazit: Das macht den Arbeitsplatz 4.0 aus

Das Thema Arbeitsplatz der Zukunft wird kontrovers diskutiert. Unternehmen und Arbeitnehmer stehen der Digitalisierung offen gegenüber und wollen von den Chancen profitieren. Richtig eingesetzt, sorgen IT-Tools und agile Teams für Zeit- und Kostenersparnis. Abstimmungen können schneller umgesetzt werden, da Teams immer vernetzter sind. Der Faktor Mensch sowie eine ausgewogene Work-Life-Balance dürfen aber nicht zu kurz kommen. Eine Mischung aus Präsenzzeit und konzentrierter Ruhe im Homeoffice galt auf dem Roundtable als der “Königsweg”.

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