Heimarbeitsplatz gemütlich für neue Arbeitsmodelle
Team Fundamensch

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Hier bloggen Pascal und Stephan, die Gründer von fundamensch. In unseren Artikeln wollen wir euch spannende Inputs zur neuen Arbeitswelt geben – wie immer rund um die Trends Arbeitswelt 4.0 und New Work.

Flexible Arbeitsmodelle – noch mehr arbeiten?

Durch die COVID-19-Pandemie sind ortsunabhängige Arbeitsformen in vielen Berufsgruppen stark gefördert worden – allen voran Home Office. Die Digitalisierung ermöglicht schon länger, alle nötigen Information, Daten und Dokumente von überall abrufen zu können. Auch Kommunikationsformen sind längst soweit, um von zuhause oder unterwegs aus zu arbeiten. Mit der Flexibilisierung des Arbeitsortes geht häufig auch die Flexibilisierung der Arbeitszeiten einher. Es spielt keine grosse Rolle mehr, um welche Zeit Mitarbeitende ihre Arbeit erledigen. Es ist also kein Problem, die Arbeit erst zu beginnen, wenn die Kinder um 9 Uhr aus dem Haus sind, oder, wenn um 15 Uhr ein Termin beim Coiffeur ansteht. Es kann durch diese neuen Arbeitsformen schliesslich auch um 22 Uhr noch gearbeitet werden, wenn die Kinder längst im Bett sind.

Endlich – haben sich viele gesagt. Die Arbeit von zuhause aus ermöglicht es, Privates und Geschäftliches besser aufeinander abzustimmen. So bleibt der Arbeitsweg erspart und es entstehen mehr Nähe zu den eigenen Kindern und mehr Zeit für die Familie und Hobbies. Die Flexibilisierung der Arbeitszeiten verstärkt diesen Effekt. Doch wo ist nun der Haken?

Die Gefahr, dass durch die beschriebenen neuen Arbeitsformen viel mehr gearbeitet wird als bisher, bestätigt sich immer mehr. Arbeitnehmende sind immer und überall erreichbar und fühlen sich häufig viel mehr überwacht durch ihre Vorgesetzten sowie ihre Mitarbeitenden, denn diese Flexibilisierung der Arbeitszeiten funktioniert oft nur auf eine Seite: Wenn jemand erst morgens um 10 Uhr ins Büro läuft, weil zum Beispiel noch ein privater Termin anstand, wird diese Person kritisch angeschaut. Es denkt niemand daran, dass sie vielleicht am Abend vorher um 20 Uhr noch drei Stunden gearbeitet hat. Es wird oft immer noch erwartet, dass Mitarbeitende zwischen 8 und 17 Uhr erreichbar sind. Zusätzlich fällt es aber viel schwieriger, einen klaren Schnitt am Feierabend zu machen. Die Hürde des Arbeitswegs, auf dem „abgeschaltet“ werden kann, fehlt. Die Gefahr, im Kopf ständig auf Bereitschaft zu sein, steigt markant.

Mitarbeitende geraten dementsprechend unter Druck, sind ständig erreichbar und schalten nicht wie gewohnt ab. Keinesfalls geht es darum, dass diese neuen Arbeitsformen schlecht oder nicht erstrebenswert sind – im Gegenteil. Sie brauchen aber klare Rahmenbedingungen durch das Unternehmen. So reicht es nicht, den Mitarbeitenden einen Laptop in die Hand zu drücken. Es muss klar geregelt sein, wann Mitarbeitende erreichbar sein müssen und wann nicht. Firmen müssen sich Gedanken machen, welche Vorschriften und Rahmenbedingungen sie für solche Arbeitsmodelle vorgeben – nicht um Mitarbeitende zu kontrollieren, sondern um sie zu schützen. Ansonsten steigt die Gefahr von Burnouts und anderen Erkrankungen.

Wie flexibel arbeitest du heute? Arbeitest du mehr als früher? Welche Erfahrungen machst du mit deinem Arbeitsmodell?

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