Vier Generationen im Arbeitsmarkt
Team Fundamensch

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Hier bloggen Pascal und Stephan, die Gründer von fundamensch. In unseren Artikeln wollen wir euch spannende Inputs zur neuen Arbeitswelt geben – wie immer rund um die Trends Arbeitswelt 4.0 und New Work.

Die Jungen bestimmen die neue Arbeitswelt – und wer denkt an die Alten?

Die Generation Z (Jahrgänge 1996 – 2010) tritt lautstark in den Arbeitsmarkt ein und fordert Unternehmen auf, die Arbeitswelt nach ihren Bedürfnissen zu verändern. Aufgrund der schwachen Geburtenraten dieser Jahrgänge weiss diese Generation sehr genau, welche Macht sie hat, wenn sie ihre Forderungen stellt. So gibt es unterdessen sogar Beratungsunternehmen, welche Firmen aufzeigen, wie sie die Generation Z abholen können.

Der Generation Z gehört die Zukunft und sie hat die schwierige Aufgabe, gemeinsam mit den vorhergehenden Generationen, die schwer ins Gewicht fallenden Pensionierungen der Babyboomer-Generation (Jahrgänge 1951 – 1965) im Arbeitsalltag zu kompensieren. Auch deshalb kämpfen Unternehmen verbissen um die Gewinnung neuer und talentierter Mitarbeitenden aus dieser Generation. Doch wer denkt an die älteren Generationen, die auch noch lange arbeiten müssen? Welche Folgen hat diese Ausrichtung auf die Jungen? Wir zeigen in diesem Blog auf, weshalb die Transformation zu einer neuen Arbeitswelt zwar wichtig, jedoch weit komplexer ist, als oft gedacht wird.

Wenn wir genauer hinschauen, sehen wir, dass neben den Babyboomern und der Generation Z auch noch die Generationen Y (Jahrgänge 1981 – 1995) und X (1966 – 1980) im Arbeitsmarkt vertreten sind – vier Generationen mit verschiedenen Idealen und Ansprüchen.

Babyboomer (Jahrgänge 1951 – 1965):

Diese Generation ist geprägt von der Nachkriegszeit und dem wirtschaftlichen Aufschwung nach dem 2. Weltkrieg. Sie sind ihrem Arbeitgeber gegenüber sehr loyal und ein sicherer Job ist ihnen wichtig. Das Motto “leben um zu arbeiten” trifft am ehesten auf sie zu.

Generation X (Jahrgänge 1966 – 1980):

Die Generation X ist mit den ersten elektronischen Geräten in der Arbeitswelt aufgewachsen. Für sie steht die Karriere im Mittelpunkt, schon viel losgelöster vom Arbeitgeber als bei den Babyboomern. Diese Generation unterscheidet stark zwischen Arbeit und Privatem und stellt die Work-Life-Balance ins Zentrum ihres Alltags. Auf sie trifft das Motto “Arbeiten um zu leben” zu.

Generation Y (Jahrgänge 1981 – 1995):

Die Generation Y ist nun definitiv mit der Digitalisierung aufgewachsen und von dieser geprägt. Sie werden deshalb auch “Digital Natives” genannt. Sie arbeiten gerne im Team und schätzen Freiheit und Flexibilität. Sie vermischen Arbeit und Privates gerne und leben somit nach dem Work-Life-Blending-Prinzip. Das Motto, welches zu ihnen passt: “Arbeiten und Leben verbinden”.

Generation Z (Jahrgänge 1996 – 2010):

Sie sind geprägt von den Hinterlassenschaften der vorherigen Generationen und müssen viele globale Probleme wie den Klimawandel oder den wirtschaftlichen Abschwung lösen. Ein Arbeitgeber ist für sie häufig Mittel zum Zweck, man arbeitet solange zusammen, wie es für beide Seiten stimmt. Die Selbstverwirklichung ist wichtig, aber nicht an die Arbeit und den Beruf geknüpft. Auf sie trifft das Motto “Arbeit als Teil des Lebens” zu.

Vier Generationen – eine Arbeitswelt

Offensichtlich haben die vier Generationen, welche heute im Arbeitsmarkt aktiv sind, ein unterschiedliches Verständnis der Arbeitswelt. Wenn Unternehmen also in Zukunft attraktive Arbeitsplätze anbieten wollen, müssen sie die Bedürfnisse aller Generationen miteinander in Einklang bringen. Denn zumindest die Generationen X, Y und Z werden noch lange berufstätig sein.

Es wäre also der falsche Ansatz, alles kompromisslos auf die Generation Z auszurichten, auch wenn dieser Generation die Zukunft gehört. Aber es gibt eben auch noch eine Gegenwart. Entscheidend wird sein, einen gemeinsamen Konsens zu finden und Arbeitsplätze dadurch attraktiver zu machen, indem man flexible und freiwillige Arbeitsmodelle entwickelt. So kann beispielsweise jeder selbst entscheiden, wo er arbeitet, anstatt alle zu Remote-Arbeit zu zwingen, nur, weil dies ein Wunsch der Generation Z ist.

Wir dürfen nicht vergessen, dass die Generationen X und Y die nächsten rund 20 Jahre noch leistungstragend sein werden. Heute wird mit Schlagworten wie New Work, Arbeitswelt 4.0, digitale Arbeitswelt oder Transformation häufig noch Angst bei diesen Generationen ausgelöst.

Also: Es ist wichtig, die Arbeitswelt nach neuen Bedürfnissen der Jungen auszurichten – heute schon. Aber dabei müssen die Bedürfnisse aller berücksichtigt und abgeholt werden und das funktioniert nur, wenn solche einschneidenden Veränderungen auch durch einen Kultur- und Wertewandel begleitet und gemeinsame Werte aller Generationen gefunden werden. Anhand dieser kann der Change-Prozess eingeleitet und erfolgreich durchgeführt werden.

Auf welche Generation ist dein Arbeitgeber ausgerichtet? Stimmt diese Ausrichtung für Arbeitnehmende jeglichen Alters?

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